DFG-Langfristprojekt

Bisher weitestgehend unerforscht ist jedoch das Umfeld der Heuneburg, in dem die zugehörigen Dörfer, Höfe, Bestattungsplätze, Straßen, Befestigungen etc. lagen. Um diese Forschungslücke zu schließen, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein auf 12 Jahre Laufzeit angelegtes Langfristprojekt eingerichtet, das von Prof. Dr. Dirk Krausse vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart beantragt wurde und koordiniert wird.

Ziel ist es, erstmals Einblicke in die Struktur der zur Heuneburg gehörenden Siedlungskammer während des 7.-4. Jh. v. Chr. zu gewinnen. Die Ausgrabungsteams haben ihre Arbeit im Mai 2014 aufgenommen. Den Auftakt bilden gezielte Ausgrabungen an einer keltischen Viereckschanze beim Riesengrabhügel Hohmichele. Ferner wird die Alte Burg untersucht, eine noch heute imposante frühkeltische Befestigungsanlage mit Kultanlage bzw. Heiligtum am Albrand oberhalb von Langenenslingen.

Anschließend sollen Ausgrabungen im unmittelbar unterhalb der Alte Burg gelegenen fruchtbaren Warmtal folgen, um erstmals die hier liegenden unterirdischen Überreste frühkeltische Dörfer und Gehöfte, die zur Versorgung der Heuneburg gedient haben könnten, zu erforschen. Weitere Ausgrabungen sind auf dem Bussen und auf der Großen Heuneburg bei Upflamör geplant. Darüber hinaus steht die Erforschung des Geländes beim Bettelbühl nahe Herbertingen auf dem Programm, das Ende 2010 durch die spektakuläre Bergung eines frühkeltischen Fürstinnengrabes auf sich aufmerksam machte. Hier liegen die Reste von weiteren Grabhügeln und von zwei wahrscheinlich zugehörenden Gehöften unter Äckern und Wiesen verborgen.